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Posts tagged ver.di

Kieler Nachrichten beutet aus

Anhand des Beispiels der Kieler Nachrichten kann man die Absurdität der Leiharbeit erkennen. Schauen wir z.B. auf einen Artikel der TAZ (und noch einen und noch einen aus dem Neuen Deutschland und noch einen beim föfü.de) zu dem Thema.

Was ist passiert:

  1. Ende 2000 gründete die KN eine eigene Firma für die Beilagen. Die TB Personaldienstleistungen GmbH. Diese zahlte statt einem Tariflohn nur noch 6,14 €
  2. 2006 nahm man den Mitarbeitern alle Stehhilfen und Sitzgelegenheiten weg
  3. 2009 wollten die Beschäftigten wieder einmal einen Betriebsrat gründen. Der Firma „Tabel“, die einen Werkdienstvertrag mit der KN hatte und selber einmal von der KN gegründet wurde, wurde ihr Vertrag gegründet, nicht bevor der Betriebsrat gewählt wurde.
  4. ver.di hat sich beschissen verhalten. Der Betriebsrat der KN hat sich nicht mit den Prekären solidarisiert. Als Verantwortlicher bei ver.di hat er wahrscheinlich Arbeiterinnen verraten, die sich an ver.di wandten um einen Betriebsrat zu gründen.

Die Tabel-Leute bekamen Unterstützung von der Linken zwecks Betriebsratsgründung. Ich denke allerdings, dass der gegangene Weg eventuell nicht gut war. Denn das eigentliche Problem ist nicht, dass einige outgesourcten Arbeiter keinen Betriebsrat haben, sondern dass die Organisierung und Solidarisierung nicht hinhaut. Letztendlich erfolgte auf Betriebsratsgründung die Kündigung und wahrscheinlich der Arbeitsplatzverlust. Und dann ist der Betriebsrat weg.

s.a. diesen Artikel

Ver.di verweigert sich da ingesamt oftmals der Unterstützung. Es gibt Alternativen wie die FAU. Ich denke das wichtigste bei Arbeitskämpfen – im Verhältnis zu den Beschäftigten und Betroffenen, ist das ihre Interessen im Mittelpunkt stehen. Weder sollten Gewerkschaften ihnen die nötige Unterstützung verweigern, sofern diese mit ihren Prinzipien vereinbar sind, noch sollten Aktionen erfolgen, die nicht ihren Interessen oder mit ihnen abgestimmt sind.

Wie könnt ihr helfen? Beschwert euch bei kn-online.de ! Erzählt die Geschichten weiter, etc. etc. !


Nana Mouskouri Sings “Liberte” from Verdi

Classically trained Greek popular singer Nana Mouskouri , whose father was part of the anti-Nazi resistance in Athens, sings “Je Chante Avec Toi,” using the music of “Va Pensiero” from Verdi’s opera Nabucco (Nebuchadnezzar).

Babylon Mitte beantragt Ordnungsgeld oder Haftstrafen gegen FAU Berlin


Die Geschäftsführung des halbkommunalen Kinos Babylon Mitte beantragte am 12. Januar beim Landgericht Berlin “ein empfindliches Ordnungsgeld in angemessener Höhe [oder] Ordnungshaft, zu vollstrecken an den “Sekretären” der FAU Berlin. Der FAU Berlin wurden bereits im letzten Jahr zunächst Arbeitskampfmaßnahmen gerichtlich untersagt und schließlich das Recht abgesprochen, sich als “Gewerkschaft” oder “Basisgewerkschaft” zu bezeichnen. Nach Ansicht der Klägerin habe die FAU Berlin gegen diese Unterlassung verstoßen. Es drohen ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder ersatzweise Haft bis zu sechs Monaten.
Dazu Lars Röhm, Sekretär der FAU Berlin:

“De facto handelt es sich unseres Erachtens um ein Gewerkschaftsverbot, das gegen das Grundrecht auf Koalitionsfreiheit und internationale Konventionen, etwa der ILO, verstößt. Die akute Bedrohung einer Arbeitnehmerorganisation mit Haftstrafen verleiht dem nun auch eine menschenrechtlich bedenkliche Dimension. Einmal mehr verdeutlicht der Antrag der Geschäftsführung deren arbeitnehmerfeindliche Gesinnung.”

Dass Menschen wegen ihrer Arbeit in einer Arbeitnehmervereinigung akut von Haft bedroht sind, dürfte wohl einmalig in der Geschichte der BRD sein. Es verdeutlicht, welche Dimension der Konflikt im Babylon Mitte angenommen hat und welch bedrohliche Urteile die Berliner Gerichte bereits gegen die FAU Berlin verhängt haben. Über die momentane deutsche Rechtsprechung besteht keine Illusionen. Das faktische Gewerkschaftsverbot trägt eindeutig politischen Charakter und ist eine Farce sondergleichen, wenn der FAU Berlin einfach in vager Weise das Wort “Gewerkschaft” tabuisiert wird und sich jederzeit ein Strick daraus drehen lässt.

Dahinter steckt der offensichtliche Versuch, die FAU Berlin mundtot zu machen und organisatorisch kleinzukriegen. Das wird nicht gelingen. Die FAU hat einen langen Atem und kann auf umfassende Solidarität bauen. Unabhängig davon, wie haltbar dieser Antrag ist, wenn es die Absicht der Geschäftsleitung ist, endlich Ruhe zu bekommen, dann geht dieser Schuss nach hinten los. Mit jedem repressiven Schritt zieht sie sich größeren Unmut zu und lässt die Lage weiter eskalieren.

Dies dürfte sicher auch der für diese Situation mitverantwortlichen Linkspartei und ver.di nicht entgehen. Auch sie werden in Anbetracht des Grossmanschens Harakiri zunehmend unter Druck geraten, sich zur Babylon-Politik und den Urteilen zu positionieren. Die Anerkennung der FAU Berlin und die Wahrung der Belegschaftsinteressen sind der einzige Weg zur Deeskalation.

Weitere Informationen:

Infoseite zum Gewerkschaftsverbot: www.fau.org/verbot
Blog der Beschäftigen im Kino Babylon Mitte: prekba.blogsport.de

Text der Presseerklärung FAU Berlin