FelS-Fazit zu Erfolg auf der Anti-Nazi Demo in Dresden 5:03 am / 12 March 2010 by Administrator, at schalom libertad
Von „Dresden 2010 – eine erste Bilanz“:
Für FelS ist die gelungene Behinderung des zentralen Events der deutschen wie der europäischen Nazi-Szene durch die von einem breiten Bündnis getragenen Massenblockaden eine Bestätigung der langjährigen Bemühungen in diesem Politikfeld. Unser Ziel ist die Überwindung der (Selbst-)Isolation der zum Teil stark subkulturell orientierten Antifa und eine stärker politische-strategisch ausgerichtete Bestimmung von Aktionen wie Aktionsformen. Brennende Mülltonnen und Auseiandersetzungen mit der Polizei können natürlich zum Scheitern eines Nazi-Aufmarschs beitragen, sind aber nicht geeignet, um ein breiteres Spektrum zum Mitmachen zu bewegen. So schön auch die Bilder vehementen und kompromisslosen Protests sind, die solche Aktionen vermitteln, so wenig helfen sie in der alltäglichen politischen Arbeit mit Bündnispartnern. Antifa als Jugendkultur braucht einen Antifaschismus als breite politische Bewegung. Militantes Vorgehen gegen Nazis kann bei aller Legitimität nicht Ersatz so einer Bewegung sein.
Die Anziehungskraft des Bündnisses bestand aber nicht allein aus dessen Breite. Die klare Ankündigung, in Dresden Massenblockaden durchzuführen, von denen keine Eskalation ausgeht, hat entscheidend zu der grandiosen Mobilisierung im Vorfeld beigetragen. Dieser Aktionskonsens ist keine staatstragende Feigheit – im Gegenteil: Die BlockiererInnen nahmen ohne die Chance, rechtzeitig abhauen zu können, Polizeigewalt und Verfahren in Kauf, weil sie an den gemeinsamen Erfolg glaubten. Die Form des Protests war klar definiert und über den engen Rahmen organisierter Antifas hinaus öffentlich kommuniziert worden – im Unterschied zu vielen anderen Mobilisierungen wussten die TeilnehmerInnen worauf sie sich einlassen.



