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Posts by Verdugore

Game-Review: Doom 3 BFG Edition

Doom 3 BFG Edition Cover

Doom 3 war damals, 2004, ein echter Schauerkracher. Präzise Berechnung von Lichteffekten, konstante Anspannung und ein vor Horror nur so triefendes Abenteuer. Sowohl technisch als auch atmosphärisch war und ist Doom 3 bis heute ein Meilenstein des Horrorshooters. Und Doom 3 hatte weiß Gott keine einfache Zeit zu seinem Release, wenige Monate später erschien das Göttergeschenk Half Life 2.
Jetzt erscheint ein Remake des Klassikers. Kann es mit dem Mythos mithalten und macht es heute noch Spaß? Weiterlesen!

8 Jahre ist es her, dass wir das letzte Mal auf Mars City gelandet sind. Wieder fällt uns die raue Oberfläche auf, die harten Marines und die konstante Anspannung in der Luft. Ja, es ist wieder Zeit die Tore der Hölle zu öffnen und dem Teufel selbst unseren Stiefel in den Arsch zu jagen.

Erwartet bloß keine Grafikgranate. Visuell unterscheidet sich die BFG-Edition nicht wirklich vom Original. Hier und da sind Texturen schärfer, in Full-HD siehts auch nett aus. Zusätzlich soll die Physik etwas überarbeitet worden sein – aber es ist keinefalls ein 2012er Titel im visuellen Sinne! Das soll aber nicht heißen, dass es sich nicht gut hält – das tut es außergewöhnlich tut. Für sein Alter sieht es angenehm aus und spielt sich auch so.

Inhaltlich wurde wenig verändert. Inzwischen ist die Taschenlampe fest montiert, was gleichzeitiges Leuchten und Schießen ermöglicht. Zudem wurden mehr Munition und Medikits verteilt.

Hey there, ‘lil buddy! – Quelle: Gamestar.de

Es erwartet den Spieler eine ultimative Doom-Trilogie. Enthalten ist das volle Paket: Doom 3 + Addon und einige unveröffentlichte “Lost Levels”. Als besonderes Schmankerl sind auch noch Doom 1 und Doom 2 vorhanden. Diese lassen sich angenehm spielen und haben den Original Soundtrack. Ungewohnt für den Einen oder Anderen wird allerdings die fehlende Y-Achse sein, sprich: Man kann nur nach rechts oder links zielen.
Ein enormer Dämpfer ist die (notwendige) Nutzung der Zensurschere an diesem Werk. Die an Wolfenstein angelehnten Level von Doom 2 sowohl einige Inhalte von Doom 3 sind geändert worden. Bei Ersterem geschah das auf Großflächige Art und Weise: Alle Bezüge zum Nationalsozialismus wurden gestrichen und die Gegner zu normalen Soldaten gemacht. Weniger der Inhalt tut weh, sondern mehr das Grundlegende: Es fehlt etwas. Aber diese Zensur war natürlich notwendig und gerechtfertigt, schließlich ist die Verwendung dieser Bilder verfassungswidrig. Allerdings wurde diese Zensur International ausgebreitet und es gibt keine “komplette” ungeschnittene Version. Diesen Fakt misst man die Wichtigkeit des deutschen Marktes für Bethesda zu.

Fazit: You get what you see. Der Käufer erhält eine minimal verbesserte Version von Doom 3, alle Addons und die Vorgänger. Für den Preis von 30€ verschmerzbar und ein guter Deal für alle, die etwas nachzuholen haben.
Die Leute, die alle Teile besitzen / gespielt haben, ist es nur bedingt lohnenswert!

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Game-Review: Dishonored

Dishonored

Was passiert, wenn Deus Ex und Bioshock in die Kiste hüpfen? Genau, ein französisches Studio schmeißt ein Hybridwerk auf den Markt und nennt es Dishonored. Und Arkane Studios haben es wirklich nicht einfach: Auf einem Gamingmarkt, der von Serienfortsetzungen und AAA-Titeln überschwemmt ist, hat es ein frisches, unverbrauchtes Dev-Team wirklich nicht einfach. Da stellt sich dem geneigten Videokonsumenten doch die Frage: Haben sies geschafft? Weiterlesen!

Aufgehorcht! Arkane Studios sind absolut keine Neueinsteiger. Die Genregröße “Dark Messiah of Might and Magic” wurde vom französischen Team bereits 2006 entwickelt und erhielt großflächig gute Bewertungen. Etwas später arbeiteten sie auch maßgeblich am Design und Artwork von “Bioshock 2” von 2K Games mit. Arkane Studios haben also bereits zeigen können, dass sie ihr Handwerk verstehen – Dishonored allerdings ist ihr erstes, eigenes Spiel seit 6 Jahren.

Man startet als Corvo, den offiziellen Schutzherren der Kaiserin. Corvo ist eine Assassine, ein Leibwächter höchster Güteklasse. Nach dem kurzen Intro wird man direkt ins kalte Wasser geworfen: Mysteriöse Angreifer überwältigen mich und die Kaiserin – sie töten Letztere und ich werde sofort vom Stellvertreter der Kaiserin verhaftet und ihres Mordes beschuldigt. Als Teil einer (offen zugegebenen) politischen Intrige diene ich als Mittel zum Zweck, den Stellvertreter zum “Lordregenten” zu erheben. Ich sitze also in der Zelle, am nächsten Morgen die Hinrichtung… bis auf einmal ein Notiz auftaucht. Mir werden Schlüssel geben, Waffen – ich kann fliehen und soll das Gleichgewicht wiederherstellen. Mehr sei zur Story nicht verraten.

Swingin’ in London

Nun, man kann über die Story denken was man will – sie erfindet das Rad nicht neu. Vorallem verglichen mit der Bioshock-Serie, deren Artwork dank der vorherigen Zusammenarbeit von 2K Games und Arkane so sehr an Dishonored erinnert, fehlt der Wow- und manchmal auch WTF-Effekt von Storytwists. Die Story ist gradlinig, sie ist unkompliziert, sie ist klar. Kein wirres Utopia, keine komplexe Storyline. Aber sie erfüllt ihre Aufgabe und hält den Spieler bei der Stange.

Leider merkt man Arkanes lange Abstinenz auch der Grafik an. Sie ist nicht schlecht und das Spiel läuft butterweich, aber auch eben nicht herausragend. Matschige Texturen, undefinierte Gesichter – es fehlt einfach noch an ordentlicher, technischer Arbeit; und beim PC auch an Konfigurationsmöglichkeiten.

Aber was solls? Die Welt von Dishonored ist dennoch eine Hässliche, eine Raue. Sie darf matschig sein, ungemütlich und abstoßend. Denn was ist die Welt von Dishonored? Die Geschichte findet in der Statt von Dunwall statt. Dunwall ist an das London des 19. Jahrhunderts angelehnt. Aber das alleine wäre ja langweilig! Eine Pest ist über das ganze Land hergefallen; sie verwandelt Leichen in sinneslose Zombies und die einzige Heilung scheint von einem naturphilosophischen Quacksalber zu kommen… sind ja super Aussichten! Das Design ist sehr vom Steampunkt inspiriert. Es ist eine mechanische, schmutzige, industrialisierte Welt voller politischer Intrigen und sich verbreitender Armut.

Und genau hier versucht Dishonored den moralischen Zwiespalt zu setzen: Will ich jeden töten, den ich sehe und damit die Pest nurnoch weiter anheizen? Oder ist die Welt bereits düster genug und es wurde ausreichend Blut vergossen? Entledige ich mich meiner Opfer durch meine Klinge oder lasse ich sie überleben? Diese Wahl habt ihr und trefft sie weise: Rambomanie wird euch hier nur leid tun. Leider wurden moralische Entscheidung nur teilweise etwas ergreifend. Erwartet nicht, minutenlang vor der Entscheidung zu sitzen – abwägend, überlegend, wertend. Das hier ist kein Deus Ex, es ist kein Mass Effect.. es hätte aber eins werden können! Ich merke auch eindeutig die (teils vergeblichen) Bemühungen, moralische Interaktion mit dem Spieler ermöglichen zu wollen.

Ebenso findet keine moralische Bindung mit den Charakteren statt: Eine wesentlich tiefere emotionale Verbindung hätte wunderbar ins Konzept gepasst. Die Figuren haben keine Tiefe; sie sind keine Big Bosses, keine Shephards, kein Adam Jensen – es sind klischeebehaftete Rollen, die, bis auf wenige Ausnahmen, keine Komplexität aufweisen. Entchuldigt bitte einen weiteren Bioshock-Bezug: In eben diesem hatte man wunderbar ausskizzierte Figuren, man erinnere sich nur an Sander Cohen!

Fazit: Dishonored glänzt wirklich an vielen Ecken und ist ein sympatisches Spiel, welches inklusive seines Studios das Geld absolut wert ist. Aber um ein Vielfaches dupliziert zeigt es ungenutztes Potential. Die Grafik hätte ruhig etwas mehr WOW haben können, die Figuren mehr Tiefe, die Story mehr Achterbahnfahrt. Alles in allem aber ein absolut empfehlenswerter Titel für Freunde von Stealth-Games mit Handlungsfreiheit!

Testsystem für PC-Version:

Intel i5-3450 (4×3,1ghz)

AMD Radeon HD 7870 V2

8GB RAM

Auflösung: 1920×1080 Full HD, mindestens 60-65FPS permanent