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Posts by anarquest

BAG kippt die Tarifeinheit

Ich zitiere eine Mitteilung der FAU Frankfurt a.M. vom 28.06.10 BAG kippt die Tarifeinheit Die Verdrängung eines geltenden Tarifvertrages nach dem Grundsatz der Tarifeinheit ist mit dem Grundrecht der Koalitionsfreiheit nach Art. 9 Abs. 3 GG nicht zu vereinbaren. Am 23. Juni stimmte der zehnte Senat des Bundesarbeitsgerichts (BAG) dieser vom vierten Senat geänderten Rechtsauffassung [...]

Continue reading at anablog - ein eher postanarchistisches blog ;) …

Die WELT erklärt uns warum Fußballkommerz gut ist

In dem Artikel „Zeitgeschichte: Reichsparteitage waren die völkische Love Parade “ werden nicht nur Reichsparteitage als „Love Parade“ verharmlost. Was für sich genommen schon schlimmer ist, als der Patzer von Frau Müller Hohenstein, sondern es kommt noch besser:

Im Zeitalter der offenen, globalisierten Massendemokratie wird der Wunsch nach dem Eintauchen ins Glück der Masse in Form von Mega-Events wie Popkonzerten oder sportlichen Großereignissen erfüllt. Das heißt aber keineswegs, dass der aktuelle schwarz-rot-goldene Glückstaumel unter Ideologieverdacht stünde. Wir sollten im Gegenteil dafür dankbar sein, dass die kommerzialisierte demokratische Massenkultur dem Bedürfnis nach rauschhaftem Aufgehen in der egalitären Gemeinschaft, der Sehnsucht nach einem „inneren Reichsparteitag“ also, den totalitären Reißzahn gezogen hat.

Also „Gott schütze den Kapitalismus“, denn solange die Deutschen Fußball spielen machen sie keinen Holocaust?


Heiner Müller zu Gewerkschaften

Heute wahrer als damals (4. Nov. 1989):

Kolleginnen und Kollegen, was hat der FDGB in 40 Jahren für uns getan? Hat er die Frage der Arbeitszeitverkürzung als ständige Forderung an die Betriebsleitungen gerichtet? Warum hat er nicht die 40-Stunden-Woche mit uns erkämpft? Hat er dafür gesorgt, daß unsere Löhne der schleichenden Inflation angepaßt werden? Warum sind nicht ständige Tarifverhandlungen über Lohnerhöhungen geführt worden? Wo stehen die Funktionäre des FDGB, wenn in unserem Betrieb neue Normen eingeführt werden? Auf unserer Seite? Verhindern sie die Normen, bevor nicht klar ist, daß wir auch entsprechend bezahlt werden? Wie kann der FDGB als unser angeblicher lnteressenvertreter es zulassen, daß wir im Durchschnitt 10 Tage weniger Urlaub haben als unsere Kollegen im Westen? Hat der FDGB sich für die Herabsetzung des Rentenalters stark gemacht? Hatten wir schon erlebt, daß die Betriebsgewerkschaftsleitung den staatlichen Plan in unserem Interesse nicht akzeptiert? Haben wir überhaupt schon mal erlebt, daß die Gewerkschaft etwas gegen den Staat und die Partei für uns durchsetzt? 40 Jahre ohne eigene Interessenvertretung sind genug. Wir dürfen uns nicht mehr organisieren lassen, auch nicht von neuen Männern und Frauen. Wir müssen uns selbst organisieren. Die nächsten Jahre werden für uns kein Zuckerschlecken. Die Daumenschrauben sollen angezogen werden. Die Preise werden steigen und die Löhne kaum. Wenn Subventionen wegfallen, trifft das vor allem uns. Der Staat fordert Leistung. Bald wird er mit Entlassung drohen. Wir sollen die Karre aus dem Dreck ziehen. Wenn der Lebensstandard für die meisten von uns nicht erheblich sinken soll, brauchen wir eigene Interessenvertretungen. Gründet unabhängige Gewerkschaften.

Darf ich noch einen persönlichen Satz sagen: Wenn in der nächsten Woche die Regierung zurücktreten sollte, darf auf Demonstrationen getanzt werden.

Ersetzt einfach den FDGB durch den DGB….


Emcee Lynx – anarchistischer Hip Hop

Ich möchte mal auf anarchistischen Hip Hop verweisen „Emcee Lynx„:


FAU Berlin gewinnt Prozess um Gewerkschaftsfreiheit

Vor dem Kammergericht Berlin wurde heute die Einstweilige Verfügung zum de-facto-Verbot gegen die FAU Berlin aufgehoben. Infolgedessen darf sich die Gewerkschaft auch wieder als solche bezeichnen.

Richter Neuhaus betonte dabei die Wichtigkeit der Meinungsfreiheit als Grundrecht. Er stellte in Frage, ob das Kino Babylon als Klägerin
überhaupt zu nachweisbarem Schaden gekommen sei, als die FAU im Betrieb als Gewerkschaft auftrat. Die Frage der Tariffähigkeit spiele dabei keine Rolle.

Im Dezember 2009 hatte die Geschäftsführung der FAU Berlin per
Einstweiliger Verfügung verbieten lassen, sich Gewerkschaft oder
Basisgewerkschaft zu nennen. Die Berliner FAU, als stärkste Gewerkschaft im Betrieb, hatte zuvor einen Haustarifvertrag zur Verhandlung vorgelegt.

Wir sind glücklich, dass es nicht gelungen ist, die stärkste und aktivste Gewerkschaft aus dem Kino zu verbannen. Das Urteil ermöglicht es kämpferischen Gewerkschaften, aktiv zu sein. Es hat außerdem gezeigt, dass das Mittel der Einstweiligen Verfügung nicht ausreichen darf, um einen Arbeitskampf lahmzulegen„, kommentiert Lars Röhm, Allgemeiner Sekretär der
FAU Berlin.

Die Freie ArbeiterInnenunion (FAU) ist eine anarchosyndikalistische
Basisgewerkschaft, die für eine kämpferische Betriebsarbeit von unten eintritt.

Pressemappe: FAU-Berlin Verbotsferfahren 10.6.2010
http://www.fau.org/verbot/pressemappe10Juni2010.pdf


LINKE weiter gegen die FAU

Was die Pressemeldung der Linken bedeutet ist klar: „Wer Grundsatz der Tarifeinheit in Frage stellt, öffnet Lohndumping Tür und Tor.“ Kleine basisdemokratische Gewerkschaften wie die FAU würden auch in Zukunft nach dem Willen der Linken und des DGB keine Chancen haben in Betrieben Fuß zu fassen. Auf zur Einheiztsgewerkschaft scheint hier das Motto zu sein? Warum wohl die Arbeitgeber da so kräftig zustimmen?


Kieler Nachrichten beutet aus

Anhand des Beispiels der Kieler Nachrichten kann man die Absurdität der Leiharbeit erkennen. Schauen wir z.B. auf einen Artikel der TAZ (und noch einen und noch einen aus dem Neuen Deutschland und noch einen beim föfü.de) zu dem Thema.

Was ist passiert:

  1. Ende 2000 gründete die KN eine eigene Firma für die Beilagen. Die TB Personaldienstleistungen GmbH. Diese zahlte statt einem Tariflohn nur noch 6,14 €
  2. 2006 nahm man den Mitarbeitern alle Stehhilfen und Sitzgelegenheiten weg
  3. 2009 wollten die Beschäftigten wieder einmal einen Betriebsrat gründen. Der Firma „Tabel“, die einen Werkdienstvertrag mit der KN hatte und selber einmal von der KN gegründet wurde, wurde ihr Vertrag gegründet, nicht bevor der Betriebsrat gewählt wurde.
  4. ver.di hat sich beschissen verhalten. Der Betriebsrat der KN hat sich nicht mit den Prekären solidarisiert. Als Verantwortlicher bei ver.di hat er wahrscheinlich Arbeiterinnen verraten, die sich an ver.di wandten um einen Betriebsrat zu gründen.

Die Tabel-Leute bekamen Unterstützung von der Linken zwecks Betriebsratsgründung. Ich denke allerdings, dass der gegangene Weg eventuell nicht gut war. Denn das eigentliche Problem ist nicht, dass einige outgesourcten Arbeiter keinen Betriebsrat haben, sondern dass die Organisierung und Solidarisierung nicht hinhaut. Letztendlich erfolgte auf Betriebsratsgründung die Kündigung und wahrscheinlich der Arbeitsplatzverlust. Und dann ist der Betriebsrat weg.

s.a. diesen Artikel

Ver.di verweigert sich da ingesamt oftmals der Unterstützung. Es gibt Alternativen wie die FAU. Ich denke das wichtigste bei Arbeitskämpfen – im Verhältnis zu den Beschäftigten und Betroffenen, ist das ihre Interessen im Mittelpunkt stehen. Weder sollten Gewerkschaften ihnen die nötige Unterstützung verweigern, sofern diese mit ihren Prinzipien vereinbar sind, noch sollten Aktionen erfolgen, die nicht ihren Interessen oder mit ihnen abgestimmt sind.

Wie könnt ihr helfen? Beschwert euch bei kn-online.de ! Erzählt die Geschichten weiter, etc. etc. !


Anarchistische Bibliothek in Wien eröffnet

Foto der Bibliothek

Die Bibliothek, Lerchenfelder Straße

Am 1. Mai eröffnete in Wien/Österreich eine anarchistische Bibliothek samt Archiv. Seitdem können die BesucherInnen nicht nur in den zahlreich vorhandenen Büchern schmökern, sondern auch anarchistische Zeitschriften des letzten Jahrhunderts einsehen. Mag man sich noch viele Bücher über Antiquariate besorgen können, so ist der Zeitschriftenbestand an den wichtigsten anarchistischen / anarchosyndikalistischen Zeitschriften für Wien einzigartig.

Die Bibliothek ist jeden Montag zwischen 18:00 und 20:00 Uhr geöffnet und ist über einen eigenen Eingang in der Lerchenfelder Straße 124-126, im Hof 3. Tür 1a zu erreichen. Weitere Besuchstermine können über info[at]a-bibliothek[punkt]org vereinbart werden. Auf der Homepage www.a-bibliothek.org sind zudem digitalisierte Dokumente der historischen anarchistischen Bewegung online. Neben den kompletten Ausgaben (!) der Zeitschriften „Zukunft“ (1880-1884) und „Wohlstand für alle“ (1907-1914) findet sich hier z.B. die „Soziale Revolution“, die Frontzeitung der deutschsprachigen AnarchosyndikalistInnen im spanischen Bürgerkrieg 1936 – 1939.

Die Bibliothek befindet sich in den gemeinsam genutzten Räumlichkeiten der „Schenke“, einem neuen Projekt in Wien mit Umsonstladen, Cafe, einem wertkritischen Büro u.v.m. Die Schenke möchte „einen offenen Raum für alle schaffen, die sich gegenseitig beschenken wollen. Dinge können gebracht und mitgenommen werden ohne dass Geld beteiligt ist.

Weitere Projekte mit libertärem (Buch)Bestand in Wien:

Quelle: Indymedia


Nicht befriedet, nicht befreit – Begleitprogramm zur Linken Kinonacht

Wenn die Linkspartei mit der Linken Kinonacht dem Babylon Mitte erneut den
Anschein eines linken Kino gibt, wollen wir das nicht unkommentiert lassen
und auf die tatsächliche Situation in dem halbkommunalen Filmtheater
hinweisen.

Die FAU-Betriebsgruppe des Kino Babylon Mitte lädt deshalb zu Musik,
Filmen, Lesungen, Redebeiträgen und feiner Mai-Bowle. U.a. mit PunkrockMC,
Andreas "Spider" Krenzke und Harun Farocki.

Kommt zahlreich, zeigt eure Solidarität mit den Beschäftigten!

Sa 8. Mai / Rosa-Luxemburg-Platz / ab 19.00 Uhr

Quelle und Weitere Infos: http://prekba.blogsport.de

Der Krieg aus Deutschland

2007 habe ich in dem Artikel “Argumente gegen den Krieg in Afghanistan” bereits Argumente gegen den aktuellen Afghanistan-Krieg geliefert. In den letzten Monaten hat sich der Konflikt verschärft.

ich möchte dieses mal auf einen anderen Aspekt hinweisen. Die Militarisierung der Gesellschaft. Als Zeugen möchte ich den ehemaligen Präsidenten Eisenhower anführen:

Wir sind nicht die USA. Aber alleine in meiner Lebenszeit habe ich erlebt wie die Bundeswehr von einer klaren Verteidigungsarmee sich Schritt für Schritt zu einer Armee entwickelte, die in fremden Ländern Krieg gegen die dortige Bevölkerung führt.

Öffentliche Gelöbnisse sollen die Deutschen in Solidarität auf die Truppe einschwören, die Bundeswehr darf in Schlen ungestraft Jugendliche zum Töten anwerben. Und dabei wird die Sprache meist sanfter. Vom Kriegsministerium von damals zum Verteidigungsministerium heute.

Krieg ist inzwischen ein Exportgut Deutschlands geworden. Und wir können eine zunehmende Militarisierung auch hier im Inland beoachten (iehe dazu auch G8-Gipfen in Heiligendamm).